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Sicherheit

Fernhilfe: So erkennst du echte Hilfe und schützt dich vor Betrug

Von Technik Komplizen •

Fernwartung ist praktisch: Jemand hilft dir über das Internet direkt an deinem Bildschirm. Aber auch Betrüger nutzen diesen Weg. Mit diesen Regeln erkennst du echte Hilfe – und weißt, was zu tun ist, wenn Fremde schon Zugriff hatten.

Ein Programm lässt sich nicht installieren, der Drucker will nicht oder eine Einstellung ist verschwunden. Dann ist es sehr bequem, wenn jemand "mal kurz draufschaut" – ohne dass er extra vorbeikommen muss. Genau das ist Fernhilfe. Leider wissen das auch Betrüger. Hier erfährst du, wie du seriöse Hilfe von Betrug unterscheidest.

Was ist Fernhilfe (Fernwartung)?

Bei der Fernhilfe verbindet sich eine Helferin oder ein Helfer über das Internet mit deinem Computer, Tablet oder Handy. Dafür startest du ein kleines Programm und gibst einen Code weiter. Danach sieht die andere Person deinen Bildschirm und kann – wenn du es erlaubst – auch Maus und Tastatur bedienen.

Das ist so, als würde jemand neben dir sitzen und mit auf den Bildschirm schauen. Deshalb gilt auch dieselbe Regel wie im echten Leben: Du lässt nur Menschen an deinen Computer, denen du vertraust.

Seriöse Hilfe oder Betrug? Der wichtigste Unterschied

Seriöse Fernhilfe beginnt fast immer gleich: Du hast selbst um Hilfe gebeten. Du hast angerufen, eine E-Mail geschrieben oder ein Formular ausgefüllt – und danach wird ein Termin ausgemacht.

Betrug beginnt dagegen meist mit einem Anruf oder einer Meldung, die du nicht erwartet hast. Typische Maschen sind:

  • Der falsche Microsoft-Support: Jemand ruft an und behauptet, dein Computer sei von Viren befallen oder habe "Fehler gemeldet". Microsoft ruft aber niemals unaufgefordert an.
  • Die falsche Warnmeldung: Im Browser erscheint plötzlich ein lautes, rotes Fenster: "Ihr PC ist gesperrt! Rufen Sie sofort diese Nummer an." Am anderen Ende warten Betrüger.
  • Der falsche Bankmitarbeiter: Angeblich gibt es Probleme mit deinem Konto, und für die "Sicherheitsprüfung" soll man sich auf deinen Computer oder dein Handy schalten. Echte Banken machen so etwas nicht.

Allen Maschen gemeinsam: Es wird Druck gemacht ("sofort", "sonst ist Ihr Geld weg"), und am Ende sollst du ein Fernwartungsprogramm installieren. Mehr Beispiele findest du in unserem Ratgeber Betrug im Internet erkennen.

Deine Regeln für sichere Fernhilfe

  1. Nur, wenn du selbst gefragt hast. Wer sich unaufgefordert meldet und auf deinen Computer will, bekommt keinen Zugriff. Ganz egal, wie freundlich oder wie offiziell die Person klingt.
  2. Du siehst alles mit. Bleib während der ganzen Sitzung am Bildschirm. Eine seriöse Helferin erklärt dir, was sie gerade macht. Wird der Bildschirm schwarz oder sollst du "kurz weggehen", stimmt etwas nicht.
  3. Du kannst jederzeit beenden. Wenn dir etwas komisch vorkommt, schließ das Fernwartungsprogramm oder trenn die Internetverbindung. Du musst dich dafür nicht entschuldigen.
  4. Nie PIN oder TAN. Niemand braucht für Fernhilfe deine Bank-PIN, eine TAN, deine Kartennummer oder einen Bestätigungscode, der per SMS kommt. Wer danach fragt, ist ein Betrüger.
  5. Kein Online-Banking während einer Fernsitzung. Öffne dein Online-Banking oder deine Banking-App nicht, solange jemand auf deinen Bildschirm schauen kann – und lass es auch nicht für dich öffnen.
  6. Im Zweifel auflegen. Leg auf und ruf die Firma oder deine Bank unter einer Nummer zurück, die du selbst kennst: von der Rechnung, von der Bankkarte oder von der offiziellen Website. Nicht die Nummer nehmen, die dir am Telefon genannt wurde.

Gut zu wissen: Betrüger können auf deinem Telefon-Display eine echte Nummer anzeigen lassen, zum Beispiel die deiner Bank. Eine bekannte Nummer auf dem Display ist deshalb kein Beweis, dass der Anruf echt ist.

Du hast Fremden schon Zugriff gegeben? Das tust du jetzt

Keine Panik, aber handle zügig. Diese Schritte begrenzen den Schaden:

  1. Internet trennen: Schalte das WLAN am Computer aus oder zieh das Netzwerkkabel. Damit ist die Verbindung zu den Betrügern sofort unterbrochen.
  2. Bank anrufen: Hattest du während der Sitzung Online-Banking offen oder Bankdaten eingegeben? Ruf sofort deine Bank an (Nummer auf der Rückseite deiner Karte). Rund um die Uhr erreichst du auch den Sperr-Notruf 116 116, über den du bei den meisten Banken Karten und Online-Banking sperren lassen kannst.
  3. Passwörter ändern – von einem anderen Gerät: Ändere zuerst die Passwörter für dein E-Mail-Konto und dein Online-Banking. Nutze dafür zum Beispiel dein Smartphone, nicht den betroffenen Computer.
  4. Computer nicht mehr nutzen: Lass den Computer prüfen und das Fernwartungsprogramm entfernen, bevor du ihn wieder für Banking oder E-Mails nutzt.
  5. Anzeige erstatten: Notier dir Uhrzeit, Telefonnummer und Namen, die genannt wurden, und erstatte Anzeige bei der Polizei. In Berlin geht das auch online über die Internetwache.

Alle Schritte im Detail – auch für den Fall, dass schon Geld weg ist – findest du in unserem Ratgeber Auf Betrug hereingefallen – was jetzt? Und ganz wichtig: Du musst dich nicht schämen. Diese Betrüger sind Profis und täuschen jeden Tag auch technikerfahrene Menschen.

So machen wir von Technik Komplizen Fernhilfe

Auch wir helfen auf Wunsch per Fernhilfe. Dabei gelten genau die Regeln von oben:

  • Wir melden uns nur, wenn du uns vorher angefragt hast. Wir rufen niemals unaufgefordert an, um uns auf deinen Computer zu schalten.
  • Du bist die ganze Zeit dabei, siehst alles mit und kannst die Sitzung jederzeit beenden.
  • Wir fragen nie nach deiner Bank-PIN, einer TAN oder ähnlichen Codes.

Bist du unsicher, ob ein Anruf wirklich von uns kommt? Dann leg auf und ruf uns selbst unter 030 814 56 99 69 an. Diese Nummer findest du auch hier auf unserer Website.

Damit deine Konten auch sonst gut geschützt sind, lies unsere Tipps zu sicheren Passwörtern und zur Sicherheit beim Online-Banking.

Du kommst trotzdem nicht weiter?

Kein Problem! Unsere freundlichen Technik-Kompliz:innen helfen dir gerne persönlich weiter – direkt bei dir zuhause in Berlin oder per Fernhilfe.

Jetzt persönliche Hilfe anfragen

Oder ruf uns an: 030 814 56 99 69